Gemeinsame Stellungnahme von Vertreter:innen der freien Szene

Der Weggang von Katrin Lohbeck, der Fachreferentin für Tanz und Theater im Kulturamt, ist für die freie Szene in Köln sehr bedauerlich. Dass die Stelle jedoch nach aktuellem Stand nicht wieder besetzt werden kann, ist ein Einschnitt, den wir vehement kritisieren.

Dabei geht es uns ausdrücklich nicht um eine einzelne Personalie. Es geht um die Frage, welche fachliche Infrastruktur die Stadt Köln ihrer freien Szene der darstellenden Künste zur Verfügung stellt.

Das Referat für Tanz und Theater ist eine zentrale Schnittstelle zwischen der Stadt und den professionellen Akteur:innen der freien Szene. Neben dem Fachreferat Musik, ist es eines der größten Referate im Kulturamt. Hier werden Förderprogramme begleitet, Künstler:innen und Ensembles beraten und Entwicklungen innerhalb der Szene fachlich eingeordnet. Dafür braucht es nicht nur Verwaltungswissen, sondern fachliche Kenntnis der unterschiedlichen Arbeitsweisen, Strukturen und Bedarfe der freien darstellenden Künste.

Gerade in einer Phase, in der sich die Förderlandschaft verändert, und gleichzeitig erheblicher finanzieller und struktureller Druck auf dem Kulturhaushalt liegt, ist diese fachliche Expertise unerlässlich. Das Kulturamt arbeitet derzeit an Veränderungen ihrer Förderkonzepte für Tanz und Theater. Gleichzeitig stehen grundlegende Fragen zur Entwicklung der freien Szene an – von Produktions- und Aufführungsorten über Residenzen und Festivals bis hin zu Nachwuchsförderung und langfristiger struktureller Absicherung.

Eine qualifizierte fachliche Ansprechperson im Kulturamt ist deshalb keine Frage von Komfort oder zusätzlicher Verwaltung. Sie ist Teil der kulturellen Infrastruktur der Stadt.

Einen Wegfall der Stelle können wir nicht akzeptieren. Eine Verteilung der Aufgaben auf bereits bestehende Strukturen kann aus unserer Sicht nicht sicherstellen, dass die notwendige fachliche Begleitung und die kontinuierliche Kommunikation mit der Szene erhalten bleiben.

Als Verein für darstellende Künste Köln setzen wir uns dafür ein, dass die freie Szene als eigenständiger und vielfältiger Teil des Kölner Kulturstandorts verlässliche Strukturen vorfindet. Dazu gehört auch ein Kulturamt, das über die notwendige fachliche Expertise und ausreichende personelle Ressourcen verfügt.

Wir fordern daher die Erhaltung und Nachbesetzung der Stelle, damit die notwendige fachliche Expertise erhalten bleibt, und auch weiterhin die kontinuierliche Beratung und Begleitung von Tanz, Theater und zeitgenössischem Zirkus gewährleistet ist.

Die fachliche Expertise für Tanz, Theater und Zirkus darf nicht schleichend aus der städtischen Kulturförderung verschwinden.

Für die gemeinsame Zeit und den offenen und konstruktiven Austausch möchten wir Katrin Lohbeck herzlich danken und ihr für ihren weiteren Weg alles Gute wünschen.

Unterzeichnet von:

Verein für darstellende Künste e.V. (Susanne Beschorner, Sara Escribano Maenza, Svenja Hoffeller, Manuel Moser, Bernd Schlenkrich, Tim Behren, Annika Erpenbeck)

KulturNetzKöln e.V. (Mechtild Tellmann, Josefine Patzelt, Ines Langel)rtreter:innen der freien Szene Köln.